Wandern in Rheinmünster

 

Wandern in Rheinmünster

 

Polder Greffern
Polderinfopfad

 

Sowohl für technisch Interessierte als auch für Naturliebhaber ist der Polder-Infopfad als Ausflugsziel ein wichtiges Pflichtprogramm.

Im Westen von Rheinmünster wurde entlang des Rheines auf einer Fläche von 580 Hektar ein Polder für Hochwasserereignisse mit einem Rückhaltevolumen von zwölf Millionen Kubikmeter geschaffen. Der Einsatz des Polders erfolgt bei extremen Hochwasserereignissen. Außerdem erfolgen aus ökologischen Gründen sogenannte „ökologische (regelmäßige) Flutungen“.

Der Polder-Infopfad besteht aus jeweils zwei sechs Kilometer langen Rundwegen auf der Gemarkung Söllingen und Greffern, die zu Fuß oder mit dem Rad erkundet werden können. Infotafeln geben Antwort auf Fragen zum Hochwasserschutz, zum Integrierten Rheinprogramm, zum Polder Söllingen/Greffern und zur Funktion und Leistungsfähigkeit der wichtigen Bauwerke.



 





 

Wanderweg durch das Naturschutzgebiet "Alter Kopfgrund"

 

Rheinmünster-Greffern Pünktlich zum Frühjahr präsentiert der Ortschaftsrat Greffern einen 7,5 Kilometer langen Wanderweg durch das Naturschutzgebiet "Alter Kopfgrund". Die Überraschung dabei findet der Spaziergänger in den Rheinauen und in der Beschilderung der Gebiete, die an so manche Grefferner Persönlichkeit oder Ereignisse erinnern.

Plan als PDF

 

Wanderweg

So zum Beispiel das "Strandbad" rund 400 Meter nördlich der Rheinfähre, wo bis 1937 das von der Gemeinde betriebene Holzumkleidehäuschen, das übrigens im ganzen Kreis Bühl bekannt und beliebt war, gestanden hatte. Am "Rossbach", ein in der Nähe des Kindergartens bestehender, sumpfiger Altrheinausläufer westlich der Hafenstraße, wo einst die Pferde baden durften, beginnt die Wanderung und läuft über "Junggrund", "Stiermatten", "Farbertsgrindbrücke", "Roter Bunker" sowie insgesamt 34 weitere benannte Stellen bis zum "Hasenköpfel" am Altrheinarm welcher "Kehl" genannt wird. Der Wanderer lernt all die mündlichen überlieferten Eigennamen kennen, die nun offiziell in einer Wanderkarte der Nachwelt erhalten bleiben sollen.

Wanderweg

Die Stelle, die im Jahr 1700 mit Handkarren für ein Fahrbetrieb aufgeschüttet wurde und als Schutz gegen Hochwasser diente, kennen die alten Grefferner unter dem Namen "Feriendämmel". Das "Tanzplätzel", die einstige Begegnungsstätte am Fährbetrieb, der "Elisiensee", ein Überbleibsel eines Altrheinarms, das nach der Frau des letzten Berufsfischers, Elisabeth Latzer, benannt wurde oder das "Schelleloch", benannt nach Franz Schell, das um 1957 ausgekiest wurde.

Bereits vor fünf Jahren hatte der Ortschaftsrat mit dem Ortsvorsteher Werner Drapp die Idee, die in den vorhandenen Plänen nicht eingetragenen Eigennamen durch Kennzeichnung den nachfolgenden Generationen zu erhalten. Zusammen mit Edgar Friedmann wurde der Entwurf überarbeitet.

Die ersten 13 Schilder erhielten ihren Platz im Jahr 2002. Weitere Schilder folgten, bis jetzt alle 34 Beschilderungen in Eigenarbeit von den Ortschaftsräten Edgar Ludwig, Reimund Weis, Reinhold Friedmann und Otmar Ziegler montiert wurden. Des Weiteren hat uns Hans Friedmann unterstützt und Gerold Zimmermann bei Plan und Wanderroute mitgewirkt. Erleichtert wird nun die Arbeit bei Gemarkungsgesprächen oder bei Notfallplänen, doch vor allen Dingen erhalten die vorbei wandernden Neubürger und Besucher einen kleinen Auszug aus der Grefferner Geschichte.

Wanderweg

Erhaltung der Eigennamen von Gebieten bzw. Objekten durch kennzeichnen für die nachfolgenden Generationen. Die in den Lageplänen nicht eingetragenen Eigennamen festzuhalten ist der Wunsch der Ortschaftsräte Greffern mit Ortsvorsteher Werner Drapp. Den Entwurf hat der OR am 08.07.1999 unter Mithilfe von Edgar Friedmann und später von Walter Bader wie folgt überarbeitet. Alois Hobmeier hat die Schilder hergestellt, die Endmontage haben die Ortschaftsräte durchgeführt.

Ziele der Aktivitäten sind: Bessere Klarheit bei Gemarkungsgesprächen. Ist Information für unsere Mitbürger. Dient der Integration von Neubürgern. Alte Gebietsnamen bleiben für alle Interessierten erhalten. Bislang sind diese Namen der Objekte bzw. Bereiche nur mündliche Überlieferungen und sind in keiner offiziellen Karte eingetragen. Verbindung der Eigennamen durch einen Wanderweg.

 

Eigennamen Nr. Bezug / Herkunft / Begründung
Rossbach 1 Bis zum Kindergartenbau bestehender, sumpfiger Altrheinausläufer westlich der Hafenstrasse. Hier durften einst die Pferde baden.
Junggrund* 2 Lichtung im heutigen südöstlichen Baggersee - Übungsplatz des Reitersturmes der SA von 1937 bis 1938.
Stiermatten* 3 Auf Gemarkung Ulm Grenzbereich Südseite Kleinwertel.
Elisiensee 4 Überbleibsel eines Altrheinarmes. Nach der Frau des letzten Berufsfischers, Elisabeth Latzer benannt.
Freistückel* 5 Fläche zwischen den Angelseen und dem Dreieck L 85 Richtung Farbertsgrindbrücke.
Orchideenwiese mit Schlut 6 Herr Adler, Apotheker aus Achern, hatte um 1960 die Pflanzen gesichtet. Die auslaufende Schlut kann im Zug der Renaturierung des Baggersees angebunden werden:
Ameisenbuckel 7 War schon vor 1870 bewaldet, ab 1992 nach auffüllen wieder größtenteils aufgeforstet.
Hohe Kirschenstraße 8 Ab dem Hochwasser 1955 mussten die Kirschbäumen der Dammertüchtigung weichen. Nach dem teilweise Auffüllen des Ameisenbuckels und der Anböschung an die L 85, auf Vorschlag von OV Edgar Friedmann 1993 wieder Kirschbäume angepflanzt.
Künzeloch* 9 Die Auskiesung erfolgte um 1949 in erster Linie für den Eigenbedarf der Bürger. Franz Künz und andere Mitbürger waren die ersten Pächter.
Schelleloch 10 Diese Auskiesung begann um 1957. Das Material fand hauptsächlich Verwendung bei der neuen Wasser- Ver- und Entsorgung des Ortes. Sollte ursprünglich als Rentner-Angelsee dienen. Franz Schell war der erste Pächter.
Dornenbüschel 11 Wildwuchs, Südseite zwischen dem zweiten und dritten Wertweg.
Giesen 12 Schlut entlang der Gemarkungsgrenze im südlichen Gewann Wert zwischen Greffern und Ulm.Wildwuchs, Südseite zwischen dem zweiten und dritten Wertweg.
Kriegwerteck* 13 Jägerbezeichnung - Bunkerbereich beim alten Rheindamm bei der südwestlichen Gemarkungsgrenze Greffern – Ulm.
Farbertsgrindbrücke 14 Als feste Betonbrücke 1962 erbaut. Die Holzbrücken davor mussten nahezu nach jedem Hochwasser erneuert werden.
Dreckhot* 15 Kalkmoor im oberen Kirchhöfel, bis 1954-55 noch als Kiesgrube genutzt. Die nassen Bereiche werden von der Steifen Segge eingenommen.
Forlen 16 Versuchsweise zwischen 1885 u. 1888 angepflanzt – zu kalkreicher Boden. Höchster Punkt im Bereich Kirchhöfel, war schon vor dem Rheinausbau Rückzugsgebiet für Wildtiere.
Zwei Dolen 17 Im Zuge der Westwallanlagen von 1937 bis 1939 erbaut.
Roter Bunker 18 Als Kampfbunker errichtet, zum Sanitätsbunker (rot) umfunktioniert – 1946 gesprengt. Im Jan. 2004 hat Rheinmünster die relativ gut erhaltene Anlage mit der Verkehrssicherungspflicht – die NABU-Ortsgruppe hat die Sicherungsmaßnahmen übernommen. Somit können die schon beheimateten Fledermäuse nachhaltig geschützt werden.
Drei Dolen 19 Auch unter Mitwirkung von Josef Zimmermann 1910 erbaut. Übergang 300 m nach dem Roten Bunker Richtung Nord/West zum Stein 94. (Alter Badischer Grenzstein Grauelsbaum/Ulm/Greffern)
Brückenhaus 20 1944 ausgebombt - Fundamente sind noch erhalten – an der Baumwuchshöhe ersichtlich.
Brückenloch 21 Altrheingumpen nördlich vom alten Brückenhaus.
Schiffbeiersloch* 22 Befand sich 150 m unterhalb der Rheinfähre landeinwärts. Die so genanten Schiffbauer reparierten hier ihre Boote.
Strandbad 23 Mit Holzumkleidehäuschen ca. 400 m nördlich der Rheinfähre. Bis 1937 gegen Gebühr von der Gemeinde betrieben – war im ganzen Kreis Bühl bekannt und beliebt.
Ziegersee/Fischergrundsee* 24 Wurde schon zum Auffüllen der Leopoltsbrücke ausgehoben. Dann die erste Kiesentnahme durch Fa. Zieger 1955 (Bimssteinwerk). Weitere Entnahmen 1972 - 75 für den Staustufenbau. Sollte wieder verfüllt werden.
Bruchham* 25 Steilböschung am Westufer des Altrheinarmes (Kehl) im Bereich Fischergrund.
Herrschäffli* 26 Das Rheinvorland ca. 56 ha, war Staatseigentum bis 1961. Erneuter Eigentumswechsel zwischen der Gemeinde Greffern und dem Bund vor dem Rheinausbau für jeweils 19.700,- DM. Es ist etwa der Streifen zwischen Rhein und Altrheinarm im Dreieck Fährhaus Leopoldsbrücke und Kies-u. Jachthafen.
Krebskanal 27 Zur Entwässerung des Schlages und oder zum Befahren per Boot von Anton Krebs angelegt. Durchfluss sollte wie beim Ruscherle durch eine Furt wieder hergestellt werden.
Feriendämmel 28 Von fahren oder fähren kommend - mit Handkarren um 1700 für den Fährbetrieb aufgeschüttet, auch als Schutz gegen Hochwasser dienlich.
Tanzplätzel 29 Begegnungsstätte Fährbetrieb. Zwei nicht eingesetzte Bomben zur Sprengung der oberen Acherbrücke wurden hier 1946 versenkt. Reste eines Holzsteges sind noch erkennbar.
Kirschenloch 30 Durch mehrere Quellen aufgewerteter Altrheinarm.
Gräbl (Steinfaschinat)* 31 Wald- bzw Heckenstreifen südlich der L 85 zwischen dem Tanzplätzel und der Leopoldsbrücke und dem Altrheinarm.
Leopoldsbrücke 32 Bis 1903 war dies eine reine Holzbrücke und wurde Jochbrücke genannt. Der Zimmermann Leopold aus Achern hat die neue Brücke mit Stahlpfeilern versehen und den Holzbelag erneuert. Daher der Name Leopoldsbrücke. Spannweite zunächst 100 m dann nach der Sprengung 1945 auf 68 m reduziert u. ab 1974 auf 1 m zurückgebaut.
Entenloch 33 War vor dem Staustufenbau idealer Altrheinausläufer mit Brutstätten und Fütterungsplätze für Enten. Das Entenfangen erfolgte mit Lockenten zwischen den davor liegenden Buhnen im Rhein.
Hasenköpfel 34 Kleine Altrheinbucht in entsprechender Form. Das Schild steht ca. 50 m nordwärts des Altrheinarmes die "Kehl" genannt wird.

Die mit einem * gekennzeichneten Namen erhielten keine Beschilderung.

In der erstellten Wanderkarte sind aufsteigend die Objektnummern eingetragen, wonach ab dem Parkplatz (erstes Schild Nr. 1 Rossbach) bis zu Nr. 34 Hasenköpfel eine Wanderung von rund eineinhalb Stunden (ohne Nebenrouten) durchgeführt werden kann. Da die Wanderroute auch durch das Naturschutzgebiet alter Kopfgrund führt, sind die entsprechenden Verhaltenstafeln zu beachten. Beim Grenzübergang nach Frankreich weist eine Werbetafel auf die örtlichen Gastronomiebetriebe hin, die zum Verweilen und Stärken herzlich einladen.

Für Gruppen (ab 15 Personen) kann unter www.pamina.de ein erfahrener Guide organisiert werden, der Sie auf dem Wanderweg begleitet und Ihnen die geschichtlichen Hintergründe zu den einzelnen Abschnitten erläutert. Ebenfalls ist es möglich den Polderlehrpfad zu begehen, was auch eine Erläuterung der Polderanlagen einschließt. Bei Interesse können Sie sich auch gerne direkt an Arnold Seifried wenden (+49 173 9821 347).