Rückblick auf Badesaison 2017, Kriegersee im besonderen Blickfeld

Veröffentlicht am 15.09.2017

Rheinmünster

Zurückgehende Temperaturen und bereits merklich verkürzte Tage kündigen den herannahenden Herbst an. Zeit für die Gemeindeverwaltung, einen Rückblick auf die auslaufende Badesaison zu werfen.

Erfreulich ist, dass es bislang zu keinen nennenswerten Unglücksfällen auf und an den Gewässern im Gemarkungsbereich der Gemeinde Rheinmünster gekommen ist.

Ein besonderes Augenmerk wurde vom gemeindlichen Ordnungsamt auf den Kriegersee gelegt. Das Gewässer, an dem weiterhin in bedeutendem Umfang Kiesabbau stattfindet, wurde in der Vergangenheit trotz angeordnetem Badeverbot von vielen Badelustigen besucht.

Aufgrund vielfältiger Gefahren an solchen Baggerseen kam es leider immer wieder zu Unfällen, die teilweise auch tragisch verliefen. Im Vordergrund steht dabei die andauernde Gefahr, dass unbefestigte Uferbereiche unvermittelt abbrechen und Menschen mit in die Tiefe reißen können. Aber auch die Spannseile von Schwimmbaggern, welche knapp unter der Wasseroberfläche oftmals nicht sichtbar sind, können unter Spannung geraten und zu gefährlichen Situationen führen.

Zur Gewährleistung der Verkehrssicherungspflicht wurde in Abstimmung zwischen dem Kieswerksbetreiber, der Gemeindeverwaltung und dem Versicherungsträger im vergangenen Jahr ein Bündel mit Maßnahmen geschnürt, welche über die Wintermonate umgesetzt wurden und das unbefugte Betreten des Ufergeländes künftig unterbinden sollten.

Die Verkehrssicherungspflicht für das Gelände des Kriegersees und der Uferbereiche ist durch Pachtvertrag dem Kieswerksbetreiber auferlegt. Die Gemeindeverwaltung als zuständige Ortspolizeibehörde ist wiederum verpflichtet, die Einhaltung der vorgegebenen Sicherungsauflagen zu überwachen.

Da der Kriegersee im Überflutungsbereich des Rheinpolders Söllingen/Greffern liegt, kam eine Einzäunung des Sees nicht in Betracht. Das Regierungspräsidium Karlsruhe, Landesbetrieb Gewässer als Polderbetreiber sah bei flächigen ökologischen Flutungen oder im Falle der Vollverfüllung des Polders Erschwernisse bei der Flächenkontrolle und dem Wildschutz. Noch gewichtiger war die Gefahr, dass sich in einem kilometerlangem Zaun Holz und Treibgut verfängt, Zaunteile mitreißt und die Polderdurchlässe verlegt.

Um dem jetzt erlassenen Betretungsverbot mehr Nachdruck zu verleihen, wurde die Beschilderung um den See erneuert und verdichtet. Auf den neuen Schildern wird auf die Gefahren und das Betretungsverbot für Unbefugte mit entsprechenden Piktogrammen deutlich hingewiesen. Dabei handelt es sich um Bildzeichnungen, die auch ohne schriftliche Ergänzung allgemein verständlich sind.

Der bisher als Abstellfläche für Fahrzeuge genutzte Grünstreifen entlang der K 3758 ist durch einen Graben am Fahrbahnrand für Besucher des Sees nicht mehr nutzbar. Innerhalb des Werksgeländes hat der Kieswerksbetreiber weitere Maßnahmen umgesetzt, welche den unerlaubten Zutritt verhindern sollen. Außerdem hat der Kieswerksbetreiber einen gewerblichen Sicherheitsdienst mit der Überwachung des Betriebsgeländes sowie der Durchsetzung des Hausrechts und des Betretungsverbotes beauftragt.

Während für Unbefugte ein grundsätzliches Betretungsverbot für den gesamten Bereich des Kriegersees gilt, werden bestimmten Nutzergruppen, beispielsweise Fischereiausübungsberechtigte im Rahmen der jeweiligen vertraglichen Vereinbarungen Betretungsrechte eingeräumt. So wurden Sperrzonen für besonders gefährdete Bereiche, unter anderem das Werksgelände, der Schwemmsandbereich sowie die durch den jeweiligen Standort des Schwimmbaggers ebenfalls gefährdeten Uferbereiche, festgelegt.

Die Gemeindeverwaltung und der Kieswerksbetreiber können zum Abschluss der Badesaison feststellen, dass die getroffenen Schutzmaßnahmen größtenteils beachtet wurden. Ziel dieser Maßnahmen ist nicht die Vergrämung der bisherigen Besucher des Sees, sondern für deren Schutz und Sicherheit zu sorgen. Denn oftmals waren sich die Besucher des Gewässers gar nicht bewusst, in welche Gefahr sie sich, häufig auch mit ihren Kindern begeben haben. Auf Gemarkung Rheinmünster stehen verschiedene Freizeiteinrichtungen zur Verfügung, in denen ein gefahrloses Baden möglich ist und die mit entsprechender Infrastruktur bestens ausgestattet sind.

 

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